Freitag, 19. September 2014

Test eines alten Statikseils

Wie alt dieses Seil wirklich ist, weiß ich nicht.
Es wurde 1999 in einem Hochseilgarten als Aufstiegsseil verbaut. Damals nahm man nicht die neuesten Seile dafür, sondern ausrangierte. Man kann davon ausgehen, dass es mindestens 20 Jahre alt ist, davon 15 Jahre lang in der prallen Sonne gehangen ist und zum Aufstieg und Abseilen genutzt wurde.


Es ist ziemlich steif ...

Daher konnte der Knoten nicht geöffnet werden, es wurde abgeschnitten. Diese Seile sind durch ein Loch im Mast geführt und mit Achterknoten verknotet.

 Wie kann man nun die beiden Enden verbinden? Ich wollte den Knoten testen.

 Die Lösung ist ein Seilschloss nach EN 13411-7. Bisher sind die Seile immer im Knoten gerissen. Das Seilschloss hält mehr aus und nähert sich der Nennbruchlast eines Seiles an.

Der Belastungstest

Überraschenderweise ist das Seil nicht im Knoten gerissen. Bei 9 kN ist der Mantel gerissen.
Die gute Nachricht: Der Kern hielt mehr als 10 kN.





Montag, 15. September 2014

Karabinerbruch

Eigentlich wollte ich alte verrottete Schlingen testen. Doch das entwickelte sich zu einem Karabinertest, weil mir die Teile des Karabiners um die Ohren geflogen sind, bevor die Schlinge reißen konnte:
Der Karabiner brach bei 1250 kg Belastung.




Natürlich darf man Karabiner nicht so belasten, aber das entscheidet im Gebrauch die Schlinge. Die weiß nämlich nicht, dass sie nur beim gesunden Schenkel liegen darf.

Wenn die Schlinge richtig liegt, dann hält auch der Karabiner:
mehr als 2000 kg gehalten!



Das ist für eine mehr als 15 Jahre alte Schlinge nicht schlecht, die noch dazu einige Jahre in einem wasserdichten Sack, feucht eingepackt, vor sich hingerottet ist.

Freitag, 12. September 2014

Mein Labor ist eingerichtet

Endlich habe ich einen eigenen Raum für das Labor eingerichtet. Ein ehemaliges Kinderzimmer ist umfunktioniert.

Der Rahmen ist noch provisorisch, aber das Innenleben (Elektronik, Steuerung, Datenverarbeitung, Hydraulik) sind fertig.



Freitag, 25. Juli 2014

Labor einrichten. kalibrieren und eine neue Überraschung.

Da ich endlich den neuen Zylinder habe, kann ich mein Labor einrichten.



Ich muss noch einige Veränderungen vornehmen, aber  grundsätzlich funktionierts.


Der Rahmen ist zu schwach, bei 4 Tonnen droht er lautstark mit akutem Versagen.
Das werde ich nach meinem Urlaub in Angriff nehmen.

Die Kalibrierung dauerte zwei Tage, weil einige Probleme gelöst werden müssen (richtigen Port am PC finden, und die Kurven übereinander legen....) Dank der Hilfe von Alex und Jakob gelingt es und das Ergebnis ist wunderschön:
Um den Messbereich zu vergrößern nehme ich eine Schlinge, die auf jeden Fall der Zugkraft des Zylinders (5 Tonnen) standhalten sollte - auf einmal reißt die Kurve ab:
... und nicht nur die Kurve, auch das Teil:

Möglicherweise ist die Befestigung mit der Gewindestange schuld ....


Freitag, 21. Februar 2014

Ein altes Seil wird getestet

Ein Seilgarten, vor 12 Jahren gebaut. Damals haben wir nicht die neuesten Seile für die Arbeitsseile verwendet. An einem Baum hing noch das Originalseil, Alter unbekannt. Es befindet sich kein Kennfaden im Inneren, so dass das Alter von über 20 Jahren nur geschätzt werden kann.

5 Jahre verbrachte der Seilgarten unbenutzt. In dieser Zeit ist ein Baum bemerkenswert gewachsen:

Die Schlinge war so stark gespannt, dass sich der Ankerstich (an dem eine Hängebrücke hing) mit mehrmaligem lautem Knacken aufgezogen hat.

Wir haben uns auch mehrmals beim Baum entschuldigt für das Würgen.




















Das Seil war mit Flechten bewachsen und wies eine Mantelverschiebung von 25 cm auf.
Nachdem wir am Seil aufgestiegen waren und es abgeschnitten haben hat es uns interessiert, was der Knoten oben gehalten hätte.
Wie groß war die Sicherheitsreserve?

Die Versuchsanordnung:

Damit der Knoten reißt wurden die abgeschnittenen Enden um einen haken mit großem Querschnitt geschlungen und verknotet. Das andere Ende steckt in einem Seilschloss mit deutlich höherer Bruchkraft.










Beim Belasten zog sich der Knoten ab ca. 4 kN mit lautem Geräusch mehrmals zusammen. Im Bild sieht man, dass sich links 10 cm, rechts 3 cm herausgezogen haben.

Schließlich riss das Seil im Knoten:

unten im Vergleich das flechtenbewachsene Seil.

Die Bruchlast ist wiederum erfreulich:
14 kN (Ca. 1,4 Tonnen)

Die Sicherheitsreserve war , ausgehend von maximal 3 kN Belastung  (großzügig geschätzt), mehr als 400% oder Sicherheitsfaktor 4.

Das beruhigt.

Hier ist die Kurve: Die rote Linie ist der jeweils erreichte Spitzenwert. Die blaue die aktuelle Balstung. Der Unterschied entsteht dadurch, dass die interne Übertragungsgeschwindigkeit im Dynamometer deutlich höher als die Übertragungsgeschwindigkeit zum PC.



Freitag, 17. Januar 2014

Der provisorische Teststand ist fertig

Die provisorische Testanlage ist fertig. Provisorisch, weil die Kraft nicht gleichmäßig erfolgt, wie es eben bei einem Hubzug der Fall ist.

Das Dynamometer habe ich hinter den Hubzug geschaltet, da der Schlag beim Reißen dadurch abgedämpft wird. Auf die Kraft hat das keinen Einfluss.
Mittels RS 232 Schnittstelle werden die Daten in den PC übertragen und dort mittels RealTerm eingelesen.

Die aufgezeichneten daten werden in Excel importiert und graphisch dargestellt:
Man sieht deutlich, wie der Knoten bei ca. 900 kg (was man nicht sieht: lautstark) nachgibt und das Seil bei 12050 N reißt.


.
Dass nebenbei auch dieses Seil wieder 12 kN gehalten hat ist ein erfreuliches Nebenergebnis.


Das Seil ist mindestens 20 Jahre alt, davon 15 Jahre im Baum.

Interessant ist, dass der Knoten beim Riss aufgegangen ist.






Dienstag, 14. Januar 2014

Was für eine Bremskraft hat das Grigri?

Ich habe mir vorgenommen, alles, was ich lese, selbst zu überprüfen, und habe bisher einige Überraschungen erlebt. Hier ist ein Beispiel:

Das Grigri wird manchmal beschrieben als Kraftbegrenzer, wenn man Seile spannt. Die Kraft, wo es zu rutschen beginnt,  soll zwischen 4 und 7 kN liegen.

Das wollte ich überprüfen:
Versuchsaufbau zwischen zwei Bäumen, Dillon EDX 5000 Dynamometer, Hubzug (zieht ca. 1.200 kg), Grigri, Seil, am anderen Baum befestigt.
Das Seil: Ein Kletterseil, sehr weich und flexibel aus dem Jahr 1995.

Die Überraschung:


Das Grigri hat nicht nachgegeben.
Bei 900 kg Maximalkraft (untere Zahl = Peakbelastung, obere Zahl ist aktuelle belastung - Polyamid entspannt sich sofort wieder) habe ich abgebrochen, da mir die Sache unheimlich wurde und ich nicht mein Grigri zerstören wollte.

Ich bin noch nicht dazugekommen, den Versuch zu wiederholen, aber ich würde mich nicht darauf verlassen, dass das Grigri wirklich als Kraftbegrenzer wirkt. Offensichtlich macht es manchmal statisch zu.

Anmerkung: Das Grigri hat vorerst ausgesehen als ob es kaputt wäre, so weit war der Bremsnocken herausgezogen. So richtig deformiert hat es ausgesehen. Mit ein bißchen Gewalt konnte das aber behoben werden, das Grigri geöffnet und das Seil entfernt.